An einem dieser sehr kalten, nebeligen Wintertage gehe ich zähneknirschend spazieren und nehme die Kamera mit. Neben vielen verschwommenen Nebelmotiven fotografiere ich auch die Ziegenweide, bevor ich mit blau gefrorenen Fingern den Heimweg antrete. Später kommt das Bild auf Instagram, wo ich anschließend staunend mitverfolge, wie die Likes rasch auf 530 695 749 884 über 900 ansteigen. Soviel Trubel bin ich auf meinem kleinen, jungen Instagram-Account nicht gewöhnt; sind das etwa alles Ziegenweidenfreunde?

Jedenfalls kam an diesem Tag eine nordhessische Ziegenweide – ohne Ziegen wohlgemerkt, denn diese wärmen sich bei der Kälte behaglich im Stall, es sind hübsche schlappohrige Tiere, die dort normalerweise zu bewundern sind – zu ungeahnter Aufmerksamkeit. Und ich bin wieder um eine Erkenntnis reicher: lerne Fotomotive in deiner Umgebung kennen, sie können sich durchaus lohnen (was immer auch „lohnen“ im Zusammenhang mit Instagram bedeuten mag).