Ich bin erprobte Schlechtwetterfahrerin, da unser partnerschaftlicher Imperativ beinhaltet, dass ich am Steuer sitze, sobald sich etwas ankündigt, gefühlt war es auf allen Autobahnstrecken, die ich in den letzten Jahren gefahren bin, a) dunkel, b) regnerisch oder c) nebelig, wahlweise Kombinationen. Gestern Abend staune ich doch sehr, was die Rückfahrt von München für Stadien von Schlechtwetter für uns bereithält. Wir rollen gegen halb sechs auf die Autobahn, fahren an der Allianzarena vorbei (rote Beleuchtung! Sogar ich als Fußball-Noob weiß, dass das bedeutet, dass der FCB gerade ein Heimspiel hat), es sind -2 Grad und ein kleines bißchen regnet es, aber alles ist ganz entspannt. Zumindest bis zum Kaffeepäuschen am Rastplatz.

Hier passt noch alles. Offenbar spielt der FC Bayern in der Arena.

Mit aufgefüllten Kaffeevorräten gehen wir zurück zum Auto und entdecken erstmal einen LKW, der in der Abfahrt quer auf den Rasen steht. Außerdem hat die Straße vom Rastplatz plötzlich eine Eisschicht, die eben noch nicht da war! Das lässt nichts Gutes erahnen und tatsächlich wird es im weiteren Verlauf der Fahrt plötzlich kälter und beginnt dann zu schneien. Die Fahrbahn ist schon bald mit Schnee-Eis-Schlotz bedeckt, auf dem es sich trotz nagelneuer Winterreifen fährt wie auf Schmierseife, dazu gibt der Scheibenwischer zwar alles, aber es hängen ständig Eisklötze dran und die Scheibe wird zusehends undurchsichtiger, da hilft auch kein Wischwasser bis -40 Grad mehr.

Wenig später ist die Autobahn kaum noch als solche zu erkennen… hat jemand Schnee bestellt?

Auf dem Standstreifen sehen wir immer wieder Autos, die mit durchdrehenden Reifen nicht mehr von der Stelle kommen. Bloß nicht anhalten wird mein Wahlspruch für die nächsten Stunden, in denen ich mit schmerzendem Nacken und 40 km/h auf der vermuteten rechten Spur die Autobahn entlang fahre. Noch ein Kaffee wäre jetzt toll! Dagegen spricht allerdings mein Wahlspruch. Immer, wenn wieder 10 Minuten vorbei sind, verschiebt das Navi die Ankunftszeit um 8 Minuten nach hinten, es ist lange nach Mitternacht, bis wir endlich in die heimische Garage rollen und das Schnee-Eis-Kunstwerk bestaunen, das eigentlich unser Auto sein soll. So ein Auto kann ja eine Menge ab, wie ich beeindruckt feststelle.

Daheim: Dicke Schneekruste

Den Rest der Nacht träume ich viel von Schmierseife, vereisten Scheiben, LKWs und roten Lichtern in der Dunkelheit.