Auf dem Weg zur Arbeit stehen an der Bushaltestelle geschickt als wartende Personen getarnt zwei Polizisten, die ich natürlich erst richtig sehe, als ich schon direkt vor ihnen bin und da geht auch schon die Kelle hoch. Ich fahre brav rechts ran und habe automatisch ein schlechtes Gewissen, obwohl ich mir eigentlich keiner Schuld bewusst bin. Ob die gleich gesehen haben, dass das meine allerallererste Fahrt mit einer Automatik-Schaltung ist, ich gerade eben dem Tal der Ahnungslosen entstiegen bin und mich noch mühsam zwischen den ganzen Buchstaben auf dem Schalthebel entscheiden muss? Soll der Hebel jetzt auf N? Oder P? Oder reicht es, bei D einfach den Fuß auf der Bremse zu lassen? Ob die mich das jetzt fragen? Also R scheidet aus, soviel ist selbst mir klar, das werde ich denen einfach sagen.

Ein junger uniformierter Strahlemann kommt ans Autofenster und will von der Buchstabenverwirrung überhaupt nichts wissen: „Sie können weiterfahren!“

Aber der Kollege hat doch gerade mit der Kelle genau in meine Richtung…? Ja, die Kelle ging ein bißchen verfrüht hoch, erfahre ich. Der Strahlemann entschuldigt sich dafür und strahlt dabei. Im Rückspiegel sehe ich, wie sich sein Kollege gerade über den Wagen, der hinter mir fuhr, hermacht. Ja, dann mal nichts für ungut! Das Tal der Ahnungslosen lasse ich mal lieber unerwähnt.