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kathinka the cat

The Beauty of Sailing

„Sag mal, was ist denn eigentlich so toll am Segeln?“ werde ich oft gefragt. Zur Antwort habe ich ein Video aus den gesammelten Werken der Segeltörns der letzten Jahre zusammengestellt – das Tolle am Segeln ist… eben das Segeln.

Die zweite, sehr gern gestellte Frage ist übrigens: „Hast du denn dabei keine Angst?!“ Denken Sie sich diese Frage in leicht erhöhtem Tonfall, in dem bereits Adrenalin mitschwingt. Meistens wollen das Leute wissen, die sich selbst sorglos im Winter mit zwei dünnen Brettern an den Füßen verschneite Berge herunterstürzen, was erwiesenermaßen eine viel gefährlichere Unternehmung ist, als sich auf einem Segelboot den Wind um die Nase wehen zu lassen. Oder Leute, die die diffuse Vorstellung haben, dass man beim Segeln jederzeit von brutalen Unterwasserbewohnern überfallen werden könnte, deren auserkorenes Hobby es ist, Schiffe versenken zu spielen. Auf meinen Reisen sind mir diese noch nicht begegnet, aber ich werde natürlich dran bleiben und berichten, die Hürde des Sportküstenschifferscheins als Lizenz zum selbst chartern ist ja nun erledigt.

Unter Tage

Ende letzten Jahres hatte es sich ein namenloser Maulwurf zur Hauptaufgabe seines Daseins gemacht, unseren Vorgarten ein wenig umzugestalten. Wenig bei Maulwurf heißt: Mondlandschaft muss es schon werden. So mit Kratern, Gräben, Löchern, Gängen, Hügeln, Tälern und so. Der Maulwurf an sich ist ja ein sehr ruhiger Mitbewohner, der seine Arbeit lautlos erledigt. Bellt nicht und miaut auch nicht rollig mitten in der Nacht die Straßenlaterne an. Dafür ist er emsig. Täglich konnten die Fortschritte der Umbauarbeiten bestaunt werden, es ist fast unwirklich, wie schnell so ein kleiner Maulwurf arbeiten kann, wenn er konkret vor Augen hat, dass Unterstes nach oben muss und umgekehrt.

Eines Morgens waren auch Haufen auf der anderen Seite der Garageneinfahrt aufgetürmt und mich beschäftigte wochenlang die Frage, ob der Maulwurf sich dafür nun unter den Pflastersteinen durch gearbeitet oder sein behagliches Tunnelleben für einen kurzen Spaziergang obenrum unterbrochen hatte?

Sportküstenschifferschein

Ende Mai ist in der Kieler Förde eine Segelyacht unterwegs, deren Crew aus einem pensionierten Panzerfahrer, zwei Jungs und mir besteht. Die Yacht heißt Ronja und misst 30 Fuß, der Panzerfahrer ist Ausbilder, wir drei jungen Leute sind Schüler. Einer von beiden Jungs ist mein Arbeitskollege, der andere ist Apotheker.

Wir haben unseren Ausbildungstörn in Kiel Schilksee gestartet und machen nun die Ostsee unsicher. Ein Ausbildungstörn unterscheidet sich von einem normalen Urlaub im Grunde nur dadurch, dass wir morgens um 6 Uhr aus unseren Kojen klettern und nach Frühstück, Berechnen des Tageskurses in der Seekarte sowie Wettercheck (verheißt immer Drama und kommt dann auf trüben Himmel und leichten Regen hinaus) den Rest des Tages rumsegeln, was Wind und Boot hergeben. Wir wenden, halsen, fahren Kreise, Kurse zum Wind, nach Kompass, auf Sicht, ständig geht die Boje über Bord, dann retten wir die Boje, wahlweise mit einer Wende, mit einer Halse oder unter Motor, weisen uns als Crew gegenseitig an, holen die Schoten dichter und noch viel dichter, und segeln, segeln, segeln. Manöverdrill Hilfsdruck. Aber wir sind ja schließlich nicht zum Spaß hier. 

Der Rundweg

„Ich war noch nie auf einer echten Alm“, sage ich zu Alex, als wir auf der Heimreise von der Steiermark sind. Wir wollen am Nachmittag noch einen Zwischenstopp in der Nähe von Salzburg machen. Zufällig ist da eine echte Alm. Die Autobahn dorthin führt durch viele, viele Tunnel. Ganz Österreich scheint nur aus Tunneln zu bestehen. Dazu wird das Wetter immer schlechter, Regen und Nebel, der Scheibenwischer arbeitet wie ein Verrückter und trotzdem sieht man kaum noch was. Aber zum Glück haben wir ja die Tunnel, die sind beleuchtet und drin ist es trocken. Als wir die Autobahn verlassen, geht es durch kleine Straßen nur noch bergauf und dann sind wir plötzlich da, auf einer echten Alm!

Ausklang

Der letzte Tag im Büro für dieses Jahr vergeht in emsiger Betriebsamkeit und mit viel administrativem Kram. Stundenbuchungen abschließen, am Ende fühlt man sich fast wie ein vollwertiger Controller. Die Jungs der anderen Abteilung haben zum Mittag ein weihnachtliches Döneressen geplant – besinnlicher wird es wohl dieses Jahr nicht mehr. Draußen ist es frühlingshaft warm, die Sonne scheint und beim Gedanken an Heiligabend bin ich noch keineswegs in der richtigen Stimmung.

Nachmittags leeren sich die Büroflure langsam, es wird ruhig, während der Straßenverkehr draußen zunimmt. Abwesenheitsmeldung eintragen, auf dem Heimweg noch den Einkauf erledigen, dann ist der Arbeitsalltag für dieses Jahr geschafft.

Frohe Weihnachten und schöne Feiertage.