12 von 12 im Januar

Heute ist Dienstag und eher so ein total unspannender 8 von 12 Tag. Er beginnt trüb und regnerisch. Während es letzte Woche im Büro ziemlich ruhig war, sind seit gestern alle wieder aus den Winterferien zurück und es stapeln sich E-Mails im Posteingang. Ich freue mich über das zweite Frühstück, der sonnige Lichtblick am Alltagsvormittag.

Frühstück

Draußen ist es noch immer warm genug für Rosen. Am kommenden Wochenende soll sich das laut Wetterbericht drastisch ändern. Bin schon gespannt, was die Rose dazu sagt.

Rose

Einträge im Büro-Kalender. Demnächst kommt wohl Sherlock Holmes zu Besuch. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das gut und richtig ist.

Kalender

Heute früh war ich spät dran und habe das vom Duschen nasse Haar statt Föhnen schnell in eine total kunstvolle Frisur gewickelt. Schon Mittags ist die Mähne durchgetrocknet und ich bewundere Locken im Vorraum vom Büroklo. 

Locken

Zum Mittagessen habe ich mich mit einer Kollegin verabredet. Da unser IT-Bereich die reinste Männerdomäne ist, freue ich mich immer ganz besonders auf den Mädelsmittag. Nicht, dass es mit den Jungs blöd wäre, aber einmal die Woche ist es auch entspannend, wenn sich die Tischgespräche um andere Themen als den Selbstbau von CNC-Fräsen drehen. Wobei ich darüber mittlerweile auch erstaunlich viel weiß. Irgendwann wird sich dieses Wissen als nützlich erweisen, das ahne ich.

Der Nachmittag verläuft wie der Vormittag mit emsiger Arbeit. Kaum sehe ich auf die Uhr, ist es auch schon Abend, draußen wird es bereits wieder dunkel. Es regnet, aber die Wolken lichten sich. 

Ausblick

Wenig später ist der Himmel vollkommen aufgeklart und eine schmale Mondsichel scheint.

Mondsichel

Abendessen! Mit Nachtisch aus karamellisierten Bananenstücken mit Nüssen, zart gesalzen. Ich könnte mich da reinsetzen, lasse es aber.

Banane

Dann bewundern der Mann und ich die Lichterkette im Flur, die wir eigentlich wegpacken wollen weil Weihnachten ja vorbei ist. Wir deklarieren sie dann aber als Alltagsdeko und beschließen, dass sie während der dunklen Jahreszeit bleiben darf. 

Lichterkette

Die anderen 12 von 12 gibt es bei draußen nur kännchen.

Jahresrückblick 2015

1. Haare länger oder kürzer?
Länger, der letzte Friseurbesuch liegt ein halbes Jahr zurück, die Mähne hat mittlerweile wieder Ellenbogenlänge erreicht. Erster Auftrag für 2016: Friseur!

2. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Mit meiner Brille bin ich nach wie vor unzufrieden, da sie meine Stabsichtigkeit des rechten Auges ausgleichen soll, ich aber immer das Gefühl habe, dass sie ein verzerrtes Sichtfeld liefert. Auf kurze Distanz sehe ich ohne Brille besser als mit. Zweiter Auftrag für 2016: Augenarzt.

3. Mehr Kohle oder weniger?
Etwas mehr.

4. Mehr ausgegeben oder weniger?
Auch etwas mehr, schließlich muss der Mehrverdienst ja umgesetzt werden, da bin ich konsequent.

5. Mehr bewegt oder weniger?
Gleichbleibend. Viel draußen gewesen.

6. Der hirnrissigste Plan?
Jolle segeln lernen auf der Ostsee. Das Hirnrissige daran war die Organisation durch die Segelschule. Merke: wenn man sich um alles selbst kümmert, klappt es auch.

Ostsee

7. Die gefährlichste Unternehmung?
„Ich fahre noch schnell heim.“ Das Gewitter war ja angekündigt, ließ aber schon den ganzen Tag auf sich warten. Dass es dann gerade auf der Fahrt losgehen musste, wer konnte es ahnen!

Unwetter

8. Die teuerste Anschaffung?
Neue Kamera, die auch Videos in außerordentlich guter Qualität machen kann und nicht nur die paar Frames, die die alte konnte.

9. Das leckerste Essen?
Ich war viel und lecker essen. Im El Erni zum Beispiel ganz hervorragend.

El Ernie

10. Das beeindruckendste Buch?
Gelesen wurde nur leider nur wenig. Brennerova von Wolf Haas hat mir gut gefallen, wenn auch nicht so stark beeindruckt. Wenn ich mal groß bin, nehme ich mir wieder mehr Zeit zum Lesen.

11. Der ergreifendste Film?
Ich war ganze zwei Mal im Kino, The Avengers: Age of Ultron und Star Wars: The Force Awakens. Da gewinnt eindeutig Star Wars.
Im OpenAir-Kino kam Monsieur Claude und seine Töchter, eine charmante Komödie, die gut zu dem lauen Sommerabend am See mit Bier und Picknick passte, die ich aber nicht als ergreifend bezeichnen würde.

12. Die beste Musik?
In der Downloadliste findet sich tatsächlich nur ein Sampler mit ntz-ntz-ntz-Musik zum Laufen. Da war ich dieses Jahr wohl nicht besonders wählerisch.

13. Das schönste Konzert?
Ich war dieses Jahr auf keinem.

14. Die meiste Zeit verbracht mit …?
Alex.

15. Die schönste Zeit verbracht mit …?
Alex.

16. Vorherrschendes Gefühl 2015?
Ich schaffe das.

17. 2015 zum ersten Mal getan?
Ein Smartphone bekommen. Filmen. Acroyoga. Satellitenschüssel hoch oben auf dem Dach einstellen. Oktoberfest besuchen. Trauerrede schreiben. Grabplatz aussuchen.

18. 2015 nach langer Zeit wieder getan?
Prüfungssituationen. Weblog schreiben. Meinen Geburtstag feiern im Sinne von Leute einladen anstatt wie sonst üblich an andere Orte zu flüchten.

19. Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?
Der Tod meines Vaters. An der Arbeit: Outsourcing, Umstrukturierungen und drohende Übernahme durch eine ausländische Firma. Langwierige Krankheit.

20. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Dass ich das alles schaffe.

21. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Zeit.

22. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Zeit.

23. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
Ich vermisse dich.

24. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Willkommen zu Hause.

25. 2015 war mit einem Wort …?
Anstrengend.

Star Wars: The Force Awakens

Ich war im Kino! Schon zum zweiten Mal in diesem Jahr! (Das erste Mal war während der Dienstreise nach Kanada – und brachte die Erkenntnis, dass es in kanadischen Kinos kein gesüßtes Popcorn gibt, sondern nur salziges und/oder mit Butter. Versteh einer die Kanadier.)

Jedenfalls im deutschen Kino unseres Herzens in der Lokhalle alles wie gewünscht, der Sound brachial und der Film, achja, der Film war genauso wie ich mir ein Sequel zu den alten Star Wars-Filmen immer vorgestellt habe.

Schön gemacht, wie alte Figuren auf neue treffen. Dass mit dem Alter der Alten kokettiert wird. Dass der neue Bösewicht Fanboy des Urbösewichts Darth Vader ist, sich aber doch gebührend von ihm unterscheidet. Dass der konstant verwirrte C3PO zwischendrin rumläuft. Natürlich hat auch wieder jemand a bad feeling about this. Der kleine BB-8, der soviel Charme hatte, dass ich ihn am liebsten gleich mit heim genommen hätte. Der Gigantismus bei den Kulissen, die Schauspieler verschwinden fast in den unendlichen Weiten ihrer Umgebung.
Da ich komplett ungespoilert in den Film gegangen bin, war ich sehr überrascht von einer weiblichen Hauptfigur, die sich in allen Lebenslagen selbst zu helfen weiß und nicht im güldenen Bikini auf ihre Rettung warten muss. Wenn das im knapp 40 Jahre alten Star Wars-Universum möglich ist, sollte man die Hoffnung auf Gleichberechtigung wohl auch generell nicht aufgeben.
Lobend erwähnt werden muss natürlich auch das gänzliche Fehlen solch schräger Dialoge wie in Revenge of the Sith zwischen Amidala und Anikin; wir erinnern uns mit Schaudern an „It’s only because I’m so in love.“ – „No, it’s because I’m so in love with you.“ – „So love has blinded you? I love you!“ Stattdessen gibt es den Humor, der mich schon bei der Neuauflage der Star Trek-Filme begeistert hat, das hat J. J. Abrams wirklich drauf.

Ein bißchen war am Schluss das Gefühl von: Waaas? Und jetzt – nach der klitzekleinen Vorgeschichte – ist der Film schon zu Ende und ich soll noch anderthalb Jahre warten, bis es endlich weitergeht? Luke Skywalker linst nur wortlos in die Kamera? Ist er denn nun Reys Vater? Und hat er die ganzen Steintürmchen auf seiner Insel selbst gebaut? Die meisten Leute im Kino bleiben über den ganzen langen Abspann sitzen und applaudieren am Schluss. Mai 2017! Ich freue mich schon.

Ausklang

Der letzte Tag im Büro für dieses Jahr vergeht in emsiger Betriebsamkeit und mit viel administrativem Kram. Stundenbuchungen abschließen, am Ende fühlt man sich fast wie ein vollwertiger Controller. Die Jungs der anderen Abteilung haben zum Mittag ein weihnachtliches Döneressen geplant – besinnlicher wird es wohl dieses Jahr nicht mehr. Draußen ist es frühlingshaft warm, die Sonne scheint und beim Gedanken an Heiligabend bin ich noch keineswegs in der richtigen Stimmung.

Nachmittags leeren sich die Büroflure langsam, es wird ruhig, während der Straßenverkehr draußen zunimmt. Abwesenheitsmeldung eintragen, auf dem Heimweg noch den Einkauf erledigen, dann ist der Arbeitsalltag für dieses Jahr geschafft.

Frohe Weihnachten und schöne Feiertage.

12 von 12 im Dezember

Wir verbringen das Wochenende in Köln und besuchen die dortige Verwandtschaft. Die Fahrt nach Köln ist eigentlich ganz nett, wenn nur das überaus schlechte Wetter nicht wäre. Der Stau lässt zum Glück bis zur A3 auf sich warten.

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In Köln muss ich natürlich zum Rhein und den trägen Binnenschiffen dabei zusehen, wie sie auf dem Fluss hin- und herfahren.

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Dann darf der Weihnachtsmarkt nicht fehlen. Zu meinem großen Erstaunen gibt es in Köln nicht den einen Weihnachtsmarkt, sondern mindestens drei, die mich alle auf ihre Art begeistern. Der Markt am Neumarkt zum Beispiel mit seiner wunderschönen Baumdekoration.

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Hunderte von Sternen erhellen in der Dämmerung den Himmel.

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Ich kann mich kaum daran satt sehen. Wir essen Poffertjes und Churros. Reisen bildet ja eigentlich immer, und wenn es auf dem kulinarischen Weg ist, um so besser.

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Der Weg zum nächsten Markt führt am 4711-Haus vorbei. Drin stehen Japaner und fotografieren einfach alles.

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Wir landen am Dom, dort ist ein Dach aus Lichtern in den Himmel gespannt. Der riesige Tannenbaum sieht im Vergleich zum Dom ziemlich winzig aus. Wir probieren den Glühwein, der allerdings wie viele Glühweine seiner Art irgendwie merkwürdig schmeckt. Er gehört ja zum Weihnachtsmarkt dazu, aber dennoch werde ich wohl kein Fan mehr werden.

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Die letzte Station: Der Heinzelmännchenmarkt.

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Dort sind die Bäume mit roten Herzen dekoriert, was mich ein bißchen an Werbung für einen Puff erinnert.

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Wir essen Galettes mit Ziegenkäse und Walnüssen, wegen der kulinarischen Bildung und weil die ziemlich lecker sind. Von der Brücke über die Eislaufbahn schauen wir zurück zum Dom.

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Es beginnt zu regnen und wir fahren schließlich heim zur Verwandtschaft.

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Dort endet der Abend mit einem Gelage aus Tacos und Tequila, mit Salz und Limette, dazu natürlich Kölsch, anschließend bin ich dezent berauscht und zufrieden mit mir und der vorweihnachtlichen Welt.

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Die gesammelten 12 von 12 gibt es bei draussen nur kännchen.